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5. Woche in San Diego

Der Regen ist vorbei und gerade, während ich diese Zeilen tippe, sind es aufgrund der Zeitumstellung schon 9:00 Uhr. Ich sitze mit meinem Morgenkaffee auf der Couch und sehe beim Blick aus dem Fenster Palmen, strahlend blauen Himmel und Sonnenschein. Ein toller Start in den Sonntag!
Nun, was ist passiert...
In der Schule läuft es irgendwie, aber ich merke, dass ich noch nicht bei 100% bin. Das liegt hauptsächlich an meiner fehlenden praktischen Erfahrung im Unterrichten von Deutsch als Fremdsprache (DaF). Einige Methoden, Rituale, Handlungsweisen, Erklärungen etc., die ich bisher angewandt habe, lassen sich natürlich prima auf den DAF-Unterricht übertragen, aber vieles muss ich auch sowohl im Kopf als auch auf Papier komplett neu entwickeln. Das dauert und das weiß ich auch, aber Geduld war noch nie so meine Stärke... ☺
Hier ein kurzes Beispiel, einfach erklärt für diejenigen, die sich nicht jeden Tag mit dem Kram beschäftigen…
Wer keine Lust darauf hat, den Kram zu lesen, der überspringe diesen Absatz ☺
Fangen wir mal bei der Grammatikvermittlung an.
Das Perfekt im Deutschen (Ich habe einen Apfel gekauft- Ich bin zu meiner Tante gefahren) erfordert eine Form von „haben“ oder „sein“ + Partizip II.
Dieses Tempus ist für DAF Lerner ziemlich schwer zu bilden. Typische Sätze sehen so aus:
*Ich bin/habe nach Frankreich gefliegen/ gefliegt
*Ich habe Leute getreffen/ getrefft
*Ich habe ein schönes Hotel gefundet/ gefindet....
Die Schüler wissen zwar offensichtlich schon eine ganze Menge über das Perfekt, da sie beispielsweise eine Form von „haben“ und „sein“ verwenden und/oder das Suffix ge- und Präfix –en bzw. –t, aber diese Informationen reichen offensichtlich (s. Beispiele) noch nicht aus, um grammatisch richtige Sätze zu bilden. Damit ihnen dies gelingt, benötigen sie also weitere Erklärungen/Regeln, wie beispielsweise die Grundregel, dass man das Perfekt in den meisten Fällen mit einer Form von „haben“ bildet, aber dass man bei Verben, die eine Bewegung (von A nach B) ausdrücken, eine Form von „sein“ verwendet, wie zum Beispiel in
„Ich bin gelaufen“
„Du bist gefahren“
„Es ist gekommen“
„Wir sind geflogen“
„Sie sind gegangen“
Das reicht aber auch nicht aus, damit die Kids das Perfekt richtig bilden, denn sie müssen auch noch wissen, wie nun das Partizip II gebildet wird. Die Erklärungen erspare ich mir und Euch jetzt mal, auch hier erschwert die Tatsache, dass es zu jeder Regel mindestens eine Ausnahme gibt, die Sache nämlich wieder...
Was ich eigentlich sagen möchte ist, dass mir viele Dinge aufgrund des Deutsch und Englischstudiums nicht fremd sind, aber dass mir a) gewisse Strukturen, Prinzipien und Regeln der deutschen Grammatik überhaupt nicht bewusst waren und dass mir b) die Erfahrung fehlt, was deren Vermittlung angeht.
Uiiii....wie schön, mir dies mal von der Seele geschrieben zu haben.

Mittlerweile sind mir auch die ersten Beschwerden von Eltern, genaugenommen einer Mutter zu Ohren gekommen, die sich bei einer Praktikantin der Albert Einstein Schule, die nun zwei mal in der Woche in meinem Unterricht sitzt, darüber beschwert hat, dass meine Tests zu schwer seien, Präsentationen mit einer Dauer von 25 Minuten zu lang seien etc... Nun ja, das war ja klar, dass dies passieren wird, trotzdem ist es nervig, immer wieder erklären zu müssen, dass das Ziel meines Unterrichts nicht darin besteht, die Kids zu überfordern, denn ich glaube, dass dies der Hauptgrund der Sorge der Eltern ist und dass mein Unterricht, den ich mich bemühe so lehrreich, ansprechend, motivierend, einfach/effektiv, anschaulich und abwechslungsreich wie möglich zu gestalten, die Schüler UNTER ANDEREM darauf vorbereitet, gewisse vorgegebene Standards zu erfüllen, dass ich aber auch (noch) nicht den Anspruch erhebe, perfekt zu sein, insbesondere deshalb nicht, weil ich schließlich erst seit 5 Wochen hier bin.

Trotz allem geht es mir- unter anderem auch aufgrund des traumhaft schönen Wetters seit dem letzten Wochenende [heute ist schon Dienstag und ich schreibe immer noch an diesem Eintrag]- wirklich gut. Ich genieße nach wie vor die traumhafte Lage meiner neuen Heimat, mexikanisches Essen, am Strand frühstücken, Cabrio fahren etc. Permanentes Urlaubsfeeling….!

Ich poste das jetzt mal, bevor es verjährt, obwohl ich gerade noch viele weitere tolle Dinge aufzählen könnte...

Bald gibts mehr … Versprochen!
12.3.14 03:31
 


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